April 13

Das überkonfessionelle Theologiestudium

Sebastian Moll ist nicht nur Theologe, sondern auch Autor. Mit seinem Buch "Jesus war kein Theologe" setzt er ein klares Statement zur Erneuerung der Kirche. Wer also noch tiefer gehen möchte, darf sich gerne mal sein Buch näher anschauen. Bis 2019 war Sebastian Moll Studienleiter bei THS. Dieser Artikel erklärt dir was überkonfessionell Theologie studieren eigentlich bedeutet.

Autor: Dr. Sebastian Moll  Lesezeit: 3 Minuten

Überkonfessionell Theologie Studieren - Was ist das Eigentlich?

Theologie ist eigentlich immer konfessionell, und zwar in dem Sinne, dass sie immer an das Bekenntnis (lat. confessio) zu Christus gebunden ist. Das unterscheidet die Theologie von der neutralen Religionswissenschaft.

Ein Theologiestudium muss aber nicht zwangsläufig an eine christliche Konfession im Sinne einer bestimmten kirchlichen Gruppierung gebunden sein.

Wer in Deutschland Theologie studiert, tut das für gewöhnlich unter konfessionellen Vorzeichen in letzterem Sinne, man studiert katholische oder evangelische Theologie. Während diese Einteilung für uns völlig normal wirkt, ist sie weltweit gesehen eher eine Ausnahmeerscheinung. Dieser Zustand hängt vor allem mit der engen Verflechtung von Staat und Kirche in unserem Land zusammen, die dafür sorgt, dass die Ausbildung der jeweiligen Pastoren an staatlichen Universitäten stattfindet. Aufgrund dieser Vorbedingung und der enormen staatlichen Förderung der konfessionellen Fakultäten haben es überkonfessionelle Ausbildungsstätten in Deutschland recht schwer. Aber es gibt sie.


Warum überhaupt überkonfessionell studieren?

Die religiösen Milieus werden immer engmaschiger. Wer heute beispielsweise in einer freikirchlichen evangelischen Gemeinde aufwächst, hat womöglich noch nie an einer katholischen Messe teilgenommen oder etwas von orthodoxer Theologie gehört. Gerade in jungen Jahren ist es aber von unschätzbarem Wert, den eigenen Blick zu weiten und andere Formen von Theologie und Frömmigkeit kennenzulernen.

Das mag für die eigene Position zuweilen eine Herausforderung darstellen, ist aber zugleich eine Chance für inneres Wachstum und Vertiefung im Glauben. Natürlich gibt es auch die genau umgekehrte Situation, dass jemand ohne konfessionelle Bindung aufwächst und sich noch nicht auf ein entsprechend festgelegtes Studium einlassen möchte. Auch in diesem Fall empfiehlt sich ein überkonfessionelles Theologiestudium.

überkonfessionell Theologie studieren

Was man unbedingt beachten sollte

Wer sein Theologiestudium mit Blick auf eine konkrete berufliche Zukunft beginnt, wer also genau weiß, dass er Pfarrer einer evangelischen Landeskirche oder katholischer Priester werden möchte, für den ist diese Form des Studiums weniger geeignet. Zwar gibt es durchaus Möglichkeiten der späteren Anerkennung von Teilen eines solchen Studiums, aber warum sollte man einen Umweg wählen, wenn man seinen Weg bereits fest vor Augen hat?

Darüber hinaus kann überkonfessionelle Theologie in Deutschland nur an privaten Schulen studiert werden, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Einige Schulen sind in Deutschland akkreditiert und somit Bafög-berechtigt. Dennoch gilt es, die Kosten zu berücksichtigen.

Die IRONIE in Deutschland - Ein Fazit

Zu guter Letzt sei noch der ironische Zustand erwähnt, dass gerade die sogenannte konfessionelle Theologie auffallend konfessionslos sein kann. An universitären Fakultäten wird Theologie oft nur noch als Kulturwissenschaft ohne Glaubensbezug gelehrt. Dieser Falle gilt es unter allen Umständen zu entgehen. Also: Ob konfessionell oder überkonfessionell – entscheidend bei der Theologie ist das Bekenntnis zu Christus!

Außerdem sollte während des Studiums niemals der Gemeindebezug vernachlässigt werden. Sätze wie „Ich beschäftige mich die ganze Woche damit, dann muss ich nicht Sonntags auch noch in den Gottesdienst gehen“ zeugen von einem völlig falschen Verständnis – sowohl des Theologiestudiums als auch von der Gemeindewirklichkeit. Im Idealfall sollte ein Theologiestudium einen starken Praxisbezug haben und in eine kirchliche Gemeinschaft eingebunden sein.

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Michael Jeckle

Michael Jeckle ist seit 2019 bei THS. angestellt, wo er auch sein Theologiestudium abgeschlossen hat. Er ist verheiratet und in der Chapel Fürth für den Gästebereich veranstwortlich. Sein Herz ist es, der Kirche zu helfen sich zu multiplizieren indem starke Leiter zugerüstet werden. Er liebt es sich beständig weiterzuentwickeln.

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