BURNOUT BEI PASTOREN UND PFARRERN

Burnout ist inzwischen längst dem Status Randthema in unserer Gesellschaft entwachsen und hat sich zur Volkskrankheit entwickelt. Burnout wird nicht länger nur belächelt, denn gerade in unserer schnelllebigen Zeit und von Erfolg getriebenen Gesellschaft sind die Risikofaktoren allgegenwärtig. Was sich nur Wenige vorstellen können: Burnout bei Pastoren und Pfarrer mach auch keinen halt. Aber warum ist das so und was kann man dagegen tun?

Autor: Miri Morales   Lesezeit: 3 Minuten

Hohe psychische Belastung: Burnout bei Pastoren keine Seltenheit

Wer an „Burnout“ denkt, der hat oft das Bild des gestressten Managers vor Augen, der seiner konstanten Arbeitsbelastung von 70 oder 80 Stunden pro Woche Tribut zollen muss. Manch einer denkt vielleicht auch an Mütter, die berufstätig sind und dazu Kinder und Haushalt unter einen Hut bringen müssen. Ein Burnout kann aber jeden treffen. Stress und eine hohe Arbeitsbelastung zählen zweifelsohne zu den häufigsten Auslösern. Daher können sich nur die Wenigsten vorstellen, dass auch Pastoren und Pfarrer einen Burnout erleiden können. Geistliche, die durch ihren Glauben als psychisch gefestigt gelten, die eine Bestimmung in ihrem Leben sehen und verglichen mit Investmentbankern keine hohe Arbeitsbelastung haben sollten doch davor gefeit sein. Aber mach dir nichts vor: auch bei Pfarrern kommt Burnout vor. Wieso das so ist wollen wir dir hier aufzeigen.


Die Gründe für Burnout bei Pastoren

Ein Pfarrer soll zentrale kirchliche Bezugsperson, Berater, moralisches Vorbild, Pädagoge aber dennoch nahbar sein. Quasi ein „normaler Mensch aus der Mitte der Gesellschaft“. Der Alltag ist mit Widersprüchen tapeziert, die tägliche Arbeit mit Dilemmas ausgeschildert. Durch alle diese Anforderungen ist der Druck, die Belastung im Pfarrberuf, hoch. Die eigene, meist hohe Anspruchshaltung, allen Personen (zu jeder Zeit) helfen zu wollen baut zusätzlich Druck auf. Gerade Berufseinsteiger, denen es an Praxiserfahrung im Umgang mit alltäglichen Herausforderungen mangelt, sind oft betroffen.

Der Tod ist allgegenwärtig – sei es bei Bestattungen, der letzten Ölung oder auch im tagtäglichen Umgang mit der Glaubensgemeinde. Dann sehen sich Priester bei der Beichte täglich mit Problemen oder sogar menschlichen Abgründen konfrontiert. Das schlägt aufs Gemüt und lässt nur die Wenigsten kalt. Aus diesem Grund nehmen zum Beispiel auch Psychologen oft selbst eine psychologische Betreuung in Anspruch. Wer den ganzen Tag von Negativität umgeben ist, muss dies verarbeiten. Eine starke Persönlichkeit, oder das, was umgangssprachlich auch „ein dickes Fell“ bezeichnet wird, sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen.

Ein weiteres Problem: Die Trennung von Beruf & eigenem Glaubensleben. Hand aufs Herz: in deiner Laufbahn wirst du nicht viele Menschen finden, die so verankert und stark im Glauben sind, wie du. Das ist einerseits verständlich, da Priester ja eher Berufung als Beruf ist. Andererseits kann das aber auch herausfordernd sein. Wenige Menschen leben nach denselben (hohen) moralische Vorstellungen. Mach es dir nicht zu Aufgabe diese zu bekehren und sie ihnen nach, dass sie andere Moralvorstellungen haben als du. Gib dich nicht der Illusion hin, dass du jeden helfen wirst. Du solltest es versuchen, aber stell dich darauf ein, dass es nicht immer funktionieren wird. Du kannst Fragen aufwerfen, anstiften, sie sanft in die richtige Richtung stoßen. Aber den Weg kannst du nicht für sie gehen und erwarte nicht, dass jeder dazu bereit ist.


Wie lässt sich ein Burnout erkennen und verhindern?

Mache nicht den Fehler die Belastung im Pfarrberuf zuvor zu unterschätzen. Suche auch immer wieder das Gespräch mit anderen Theologen und tausche dich aus – natürlich ohne das Beichtgeheimnis zu verletzen. Mach nicht den Fehler alles in dich hineinzufressen. Hilfreich kann auch sein, eine duale Ausbildung zu wählen. Während deiner Lehrzeit, die Beruf und Berufsschule bzw. Hochschule optimal miteinander kombiniert, durchläufst du eine Vielzahl unterschiedlicher Abteilungen und wirst ideal auf den Alltag vorbereitet.

Ein Problem oder einen Missstand zu erkennen ist immer der erste und zumeist der wichtigste Schritt zur Besserung. Burnout kann sich bei jedem Menschen unterschiedlich anfühlen. Körperliche Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit aber auch ganz unverdächtige Muskel- oder Gelenkschmerzen. Leichte Reizbarkeit oder das Gefühl kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen, oder dass einem einfach alles zu viel wird deuten darauf hin.

In unserer Zeit, in der alles ein Stück instabiler und komplizierter wird, fehlt vielen Menschen Klarheit. Sie suchen Erkenntnisse, Hilfe und manchmal einfach nur ein offenes Ohr. Pastoren können dies bieten. Aber auch wenn du den Drang hast all diesen Menschen zu helfen – und das ehrt dich zweifelsohne – solltest du deine eigene Gesundheit nicht vernachlässigen. Nur wer auf sich achtet, gesund und präsent ist, kann auch anderen helfen.

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