Wie du das Meiste aus deinem Sabbat herausholst!

Die meisten von uns haben es verlernt - oder schlimmer: es nie gelernt - wie man wirklich ruht. Es scheint als wäre der wachsende Wunsch nach Ruhe und die mangelnde Priorisierung dieser ein großes Paradoxon unserer Zeit. Es ist gefangen im Vorwärtsdrang unserer Leistungsgesellschaft. In diesem Beitrag erklären wir dir, was es mit dem Sabbat eigentlich auf sich hat. Außerdem geben wir dir fünf praktische Tipps mit, wie du es schaffst, den Sabbat zu halten und das Meiste aus ihm herauszuholen.

Tim Stegbauer, 3 Minuten

Was ist der Sabbat eigentlich?

Bevor wir zu den fünf praktischen Tipps für deinen Ruhetag kommen, müssen wir zunächst einmal diese essentielle Frage beantworten.

Der schwedische Pastor Tomas Sjödin beschreibt ihn als einen "(...) kaum hörbaren rhythmischen Schlag einer Ordnung, die mit der Schöpfung (Gen 1-2, Ex 20) erschaffen wurde." Er umschreibt ihn weiter als den "Herzschlag, der seit dem ersten Schöpfungsmorgen pocht, der seit Jahrtausenden zu spüren ist."
Das ist es! Nicht mehr und nicht weniger. Der Ruhetag ist ein Geschenk Gottes, keine Belohnung. Geschaffen, nicht verdient. Ein Rhythmus, kein einmaliges jährliches Event. Wie Jesus es selbst klarstellte: "Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen (...)". (Mk 2,27)

Was heißt es zu ruhen?

In unserem Zeitalter der Digitalisierung wird Ruhe beständig mit Ablenkung verwechselt. Wenn wir sagen, dass wir "kurz zur Ruhe kommen" oder "den Kopf abschalten müssen", dann ist der Griff zum Smartphone oder Laptop ein natürlicher Instinkt geworden. Zumindest für die Meisten von uns.

Aber die Wurzeln göttlicher Ruhe liegen in einem Bewusstsein der Größe Gottes. Ruhen heißt Kontrollzwang loslassen. Ruhen heißt vertrauen lernen. Es heißt still zu werden und den 'Gewinn des Nichtstuns' neu zu entdecken. Die Welt dreht sich auch ohne dich weiter.

In Gott ruhen

Tipp 1: Halte deinen Sabbat

Nun genug Theorie - auf zur Praxis. Denn am Ende wirst du den Schatz des Sabbats nur erleben, wenn du ihn auch hältst. 

So offensichtlich es scheint, so erschreckender ist die Realität vieler Leiter. Denn es ist ein Kampf - trotz unzählig vieler offener Aufgaben - alles mal für 24 Stunden liegen zu lassen. Ich will dich ermutigen: Kämpfe um deine Ruhe. Blockiere dir den Tag im Kalender. Halte dich daran und vor allem: Plane deine Woche von diesem Ruhetag ausgehend und nicht anders herum. 

Okay, gut! Wenn du das hinkriegst, dann ist die Quantität von circa 52 Ruhetagen im Jahr schon mal ein guter Ausgangspunkt. Aber was noch viel wichtiger ist, ist die Qualität.

Tipp 2: Erkenne, was deinem Geist, deiner Seele und deinem Körper gut tut

Was machst du eigentlich an deinem wöchentlichen Ruhetag? 
Das ist der Leitfaden, um aus deinem Sabbat das Meiste herauszuholen! Diese Frage in der Vorbereitung ehrlich zu reflektieren, braucht Zeit. Aber es wird sich lohnen, versprochen!

Folgende drei Fragen kannst du dir stellen:
1️⃣ Wie wird mein Geist erfüllt?
2️⃣ Wie wird meine Seele erbaut?
3️⃣ Wie erholt sich mein Körper am Besten?

Schreibe dir die Antworten zu diesen Fragen auf und versuche diese Dinge von nun an bewusst in deinen Sabbat mit einzubauen. So kann dein Geist, deine Seele und dein Körper an diesem Ruhetag voll auftanken und du bist gewappnet für die kommende Woche.


Tipp 3: Priorisiere deine Zeit mit Gott


Genauso wie Fasten ohne Gebet einfach nur herunter hungern ist, genauso ist der Sabbat ohne geistliche Qualitätszeit. Bevor du an andere wichtige Dinge wie Familie, Freunde oder dich selbst denkst, plane es ein Gott zu suchen und bitte ihn dir zu begegnen.
Erinnere dich an deine Berufung in Beziehung mit ihm zu leben. Nichts zu tun. Nichts zu verdienen, sondern in Verbundenheit zu sein.


Tipp 4: PLANE DEINEN TAG


Man kann schnell dem Trugschluss verfallen, dass nur ein spontaner Tag auch wirklich Ruhe bringt. Aber was entsteht denn, wenn wir Dinge nicht planen? - Richtig, Stress.
Das heißt nicht, dass alles bis auf das kleinste Detail durchdacht werden muss. Aber es ist eine starke Empfehlung, eine geistliche Sabbatroutine (wie z.B. in Tipp 2) zu entwickeln und dann Familie, Freunde, Sport u.Ä. ebenfalls zu priorisieren. Es ist möglich, solche Routinen mit deinen Liebsten zu Traditionen werden zu lassen, um dann beispielsweise gemeinsam den Sabbat zu feiern.

Tipp 5: Feiere deinen Sabbat

Womit wir auch schon bei unserem letzten Tipp angekommen wären: Den Sabbat nicht nur zu verbringen, sondern wirklich zu zelebrieren. Es geht hierbei nicht um eine neue Gesetzlichkeit, keine Sorge. Es ist so wie bei allen ursprünglichen Plänen Gottes für den Menschen: Sie sind gut gedacht, um dir als Ausdruck seiner Liebe zu dienen.  

Sei ermutigt, den Sabbat durch neue Augen viel mehr als ein Fest des Lebens zu sehen und nicht als ein zu haltendes Gebot.

Sabbat feiern

Abschließend ist es wichtig zu verstehen, dass das alltägliche Leben Arbeiten und Ruhen miteinander kombiniert. Arbeiten, um dich von Gott gebrauchen zu lassen. Und Ruhen, um in ihm verankert zu bleiben. Wenn du als Leiter langfristig gesund bleiben willst, geht das eine nicht ohne das andere. 

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